Die westliche Aneignung der Afrikanischen Kunst - Konturen einer westlichen Konzeption
Audiomitschnitt des Vortrags
Die westliche Aneignung der Afrikanischen Kunst
Konturen einer westlichen Konzeption
Begleitender Vortrag zur Magisterarbeit
1. Magisterarbeit
1.1. Magisterarbeit Abstract
Wie wurden aus afrikanischen Gebrauchsgegenständen Sammlerstücke europäischer Kunstliebhaber? Das ist die übergreifende Frage dieser knapp 80 Seiten langen Abhandlung. Von den ersten Begegnungen Europas mit Afrika im 15. Jahrhundert, bis zu den Praktiken auf dem Markt für Afrikanische Kunst in der Gegenwart, wird ein kritischer Blick auf die Geschichte des Sammelns afrikanischer Gegenstände geworfen. Dabei hat sich der Blickwinkel Europas auf Afrika und seine materiellen Hervorbringung stetig gewandelt, und in der Folge auch der Wert, den man den fremden Dingen aus Afrika beimaß. Von der herabwürdigenden Bezeichnung als „Fetisch“ bis hin zur Verehrung als „wichtiges Stück Afrikanischer Kunst“ reicht die Bandbreite der Bedeutungen, die Europa den Objekten aus Afrika im Laufe der Zeit zugeschrieben hat.
Um diesen Perspektivwechsel zu erklären, führt „Die westliche Aneignung der Afrikanischen Kunst“ eine gegenwärtige Theorie der Ethnologie in die Sphäre der Afrikanischen Kunst ein. Die Theorie der kulturellen Aneignung wirft einen Blick auf gesellschaftliche Prozesse, durch die Dinge, die von einer Kultur in eine andere Kultur gelangen, im neuen kulturellen Umfeld mit neuen Bedeutungen belegt werden. So werden aus den vormals fremden und „unverständlichen“ Dingen eigene und „verständliche“ Bedeutungsträger.
Die fortlaufende aktive Auseinandersetzung mit afrikanischen Objekten, in Form von wissenschaftlichen Publikationen, Ausstellungen oder auf dem Markt für Afrikanische Kunst hat so dazu geführt, dass Europa die materiellen Dinge Afrikas mit ganz eigenen Vorstellungen und Bedeutungen aufgeladen hat.
Ein tiefer Blick in die vielen Schichten von Bedeutungen und Vorstellungen, die sich im Laufe der Zeit an den afrikanischen Objekten angelagert haben, und in die gegenwärtigen Praktiken und Diskurse rund um Afrikanische Kunst, führt zu einem tieferen Verständnis dessen, was Afrikanische Kunst eigentlich ist.
1.2. Magisterarbeit E-book/Download
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2. Folien des Vortrags
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2.1. Folien Download
MU-2008FT13 Vortrag,Alexis Malefakis.ppt
Folie 1
Die westliche Aneignung der
Afrikanischen Kunst
Alexis Malefakis
Folie 2
- Die Perspektive der kulturellen Aneignung
- Wege afrikanischer Objekte nach Europa
- Stammesstile in der Afrikanischen Kunst
- Die westliche Aneignung der Afrikanischen Kunst
Folie 3
Kulturelle Aneignung
- Dinge aus einem fremden kulturellen Zusammenhang werden umgearbeitet oder mit neuen Bedeutungen belegt, um sie zu sinnvollen, bedeutungsvollen eigenen Dingen zu machen
Folie 4
Kulturelle Aneignung
- Dinge aus einem fremden kulturellen Zusammenhang werden umgearbeitet oder mit neuen Bedeutungen belegt, um sie zu sinnvollen, bedeutungsvollen eigenen Dingen zu machen
- Europa hat sich Gegenstände aus Afrika zueigen gemacht
Folie 5
Folie 6
Wege afrikanischer Gegenstände
nach Europa
- Feitiço – das Gemachte
Folie 7
Wege afrikanischer Gegenstände
nach Europa
- Feitiço – das Gemachte
- Kirchliche und staatliche Verfolgung von „Hexerei“ und „Götzenanbetung“ in Portugal
Folie 8
Wege afrikanischer Gegenstände
nach Europa
- Feitiço – das Gemachte
- Kirchliche und staatliche Verfolgung von „Hexerei“ und „Götzenanbetung“ in Portugal
- Afrikanische Gegenstände wurden mit europäischen Vorstellungen belegt
Folie 9
Wege afrikanischer Gegenstände
nach Europa
„Finster und streng ist dieser Fetisch, böse, feindselig und grausam. Sein Leib ist vollgestopft mit den übelbringenden Ingredienzien der Macht – Blut, Galle, Exkremente usw. – ein wahres Hexengebräu.“
(Trowell 1967)
Folie 10
Folie 11
Folie 12
Wege afrikanischer Gegenstände
nach Europa
„Man entdeckte, abenteuerte und eroberte. Man kartographierte und meteorologisierte. Die Naturwissenschaften sammelten und die ethnographischen Museen schwollen an wie trächtige Flusspferde“
(Leo Frobenius 1923)
Folie 13
Wege afrikanischer Gegenstände
nach Europa
- Wissenschaftliche Sammlungen aus den Kolonien
Folie 14
Wege afrikanischer Gegenstände
nach Europa
- Wissenschaftliche Sammlungen aus den Kolonien
- „grobe“ und „primitive“ Museumsobjekte bezeugen die Kulturlosigkeit der Unterworfenen...
Folie 15
Wege afrikanischer Gegenstände
nach Europa
- Wissenschaftliche Sammlungen aus den Kolonien
- „grobe“ und „primitive“ Museumsobjekte bezeugen die Kulturlosigkeit der Unterworfenen...
- ...und die Überlegenheit der europäischen Nationen
Folie 16
Folie 17
Folie 18
Stammesstile in der
Afrikanischen Kunst
- Ein Stamm = ein Stil ?
Folie 19
Stammesstile in der
Afrikanischen Kunst
- Ein Stamm = ein Stil ?
- „Stamm“: kulturell homogen, in sich geschlossen, statisch, kollektiv
Folie 20
Stammesstile in der
Afrikanischen Kunst
- Ein Stamm = ein Stil ?
- „Stamm“: kulturell homogen, in sich geschlossen, statisch, kollektiv
- Afrikanische Kunst ein Produkt des Kollektivs „Stamm“?
Folie 21
Stammesstile in der
Afrikanischen Kunst
- Stammesstile – ein Instrument der Aneignung?
Folie 22
Stammesstile in der
Afrikanischen Kunst
„Das Kunstwerk als symbolisches Gut gibt es nur für denjenigen, der über die Mittel verfügt es sich anzueignen, das heißt, es zu entschlüsseln“
(Bourdieu und Darbel 2006)
Folie 23
Die Westliche Aneignung der
Afrikanischen Kunst
- Bedeutungen der Afrikanischen Gegenstände haben stets Bezug zum spezifischen Interesse Europas an Afrika
Folie 24
„It is the frame rather than the picture which establishes the mode of appreciation we know as art“
(Miller 1987)
Vielen Dank an Alexis Malefakis




