Vortrag - muenchen-vortraege MU-2008FT-19

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Himmelhebers Sammlungen im deutschsprachigen Raum, Himmelheber als transnationaler Akteur des europäischen/amerikanischen Kunstmarktes

D.Zemanek steht am Rednerpult und hält sein Referat.
Davud Zemanek während seines nachgeholten Himmelheber-Vortrags in Göttingen 2008

Dieser Vortrag war ursprünglich für die Münchner "Himmelheber-Tagung" geplant, wo er aus Zeitgründen ausfallen musste. David Zemanek holte ihn während der Herbsttagung 2008 der Vereinigung der Freunde Afrikanischer Kultur in Göttingen nach.

Audiomitschnitt des Vortrags

to topKunstwerke mit der Provenienz Hans Himmelheber auf dem internationalen Auktionsmarkt

Ein kurzer Rückblick in seine Biographie erlaubt dem Rezipienten ein besseres Verständnis für das Leben von Hans Himmelheber.

Hierbei wird auf die Ambivalenz Himmelhebers hingewiesen, sich nicht zwischen dem Beruf des Kunsthändlers und des „seriösen“ Wissenschaftlers entscheiden zu wollen. Dieses Spannungsfeld ermöglicht es, tiefe Einblicke in den afrikanischen transnationalen Kunstmarkt zu werfen.

Himmelheber spielte eine wichtige Rolle für europäische Völkerkundemuseen, indem er vor Ort Objekte anfertigen ließ oder sammelte und den Museen zum Kauf anbot.

Noch heute lassen sich seine Spuren in vielen europäischen Museen dokumentieren. Auch im Auftrag europäischer Museen führte er Feldforschungen in Afrika durch. Hierbei wurden von ihm umfangreiche „holistische“ Sammlungen von Kunstwerken und Ethnographika der zu untersuchenden ethnischen Gruppen angelegt.

Als selbstständiger Ethnologe musste Himmelheber sich um die Finanzierung seiner Expeditionen meist selber kümmern. Schon vor seinem ersten Feldaufenthalt 1932, und dem Verkauf von vor Ort in Afrika gesammelter ethnologischer Objekte, bemerkte er, dass es hierfür einen recht zahlungskräftigen Markt gab.

Er annoncierte nun in deutschen Tageszeitungen, dass er ethnologische Objekte zum Ankauf suche (Himmelheber C., 2004 : S. 48 Z.5-12). Er wurde mit “Ware“ überschwemmt. Viele Deutsche, deren Verwandte oder selber in den Kolonien gedient hatten, brachten ihm Objekte. Es waren Andenken oder gar kleine Sammlungen von Ethnologika, die sie angelegt hatten und nach Deutschland zurück in die Heimat mitbrachten.

So gelangte er anfangs recht leicht an sehr gute Objekte, die er international verkaufte um seinen Lebensunterhalt und teilweise seine Expeditionen zu finanzieren. Auf seinen Reisen verstand er es nun, Sammlungen für Institute zusammenzustellen, und diese als Gegenleistung für die Finanzierung seiner Feldforschungen zu verwenden.

Er sammelte aber auch Objekte im Feld, aus Partikulärinteresse (Abb. 8-9), um diese später an Händler oder Sammler außereuropäischer Kunst und transnationale Institutionen zu verkaufen.

In seinen späteren Publikationen, gewinnt man den Eindruck, dass Objekte mit der Provenienz Hans Himmelheber gehäuft publiziert wurden und kurze Zeit danach im Handel zu finden waren. Diese Praxis der Provenienzbildungen wurde später von einem bekannten Münchner Kunsthändler/Afrikaexperten perfektioniert.

Als Mitglied verschiedener Afrikaforen, u.a. dem „Zake-Kreis“, fanden seine Objekte in zahlreiche deutsche Privatsammlungen Einzug.

Für Museen ließ er in Afrika oft Replika bekannter Figuren/Maskentypen herstellen. Insbesondere wurden Objekte, die den Herstellungsprozess von afrikanischer Kunst (Abb.10) dokumentierten, von Museen angefordert. Anhand dieser Objekte sollten Arbeitstechniken und Produktionsweise in den holistischen Museumskonzepten dargestellt werden.

Viele seiner Geschäftsbeziehungen sind jedoch nicht mehr rekonstruierbar. Durch zahlreiche von mir geführte Gespräche mit Mitgliedern des „Zake-Kreises“, entstand ein ambivalentes Bild.

Der Verein wurde zur Absetzung „zweitrangiger Objekte“ von einigen bekannten Sammlern genutzt, mit wissenschaftlicher Kompetenz machten sie den Mitgliedern diese Objekte schmackhaft. Hier will ich nicht weiter darauf eingehen und die Darstellung dieser Vorgänge sollen hier unkommentiert bleiben.

Insbesondere Museen wie das Staatliche Museum für Völkerkunde in München (Abb.11 -13), das VKM in Basel und Geneve kauften viele der von ihm gesammelten Objekte an, um ihre Sammlungen zu komplettieren.

Durch Donations vieler amerikanischer Sammler fanden auch zahlreiche Objekte mit der Provenienz Hans Himmelheber Einzug in die amerikanischen Museen. Auch heute noch werden Objekte mit der Provenienz Hans Himmelheber auf dem transnationalen Afrikakunstmarkt gehandelt. Sie gehören zu den best dokumentierten Zeugnissen afrikanischer Kunst und erreichen bei internationalen Auktionen Höchstpreise.

 

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Weitere Formate dieses Vortrags

Vielen Dank an David Zemanek

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  • Zitierweise: http://about-africa.illov.de/muenchen/vortraege/MU-2008FT-19.php, Himmelhebers Sammlungen im deutschsprachigen Raum, Himmelheber als transnationaler Akteur des europäischen/amerikanischen Kunstmarktes, David Zemanek, 2008

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